Gleichstellungstag in Finnland (Minna Kant Tag) (19/03)

Jedes Jahr am 19. März feiern die Finnen den Gleichstellungstag (fin. Tasa-arvon päivä). Es fällt mit dem Geburtstag von Minna Kant zusammen, einer Schriftstellerin, Dramatikerin, Journalistin und Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts lebte. 2003 schlug das finnische Innenministerium vor, dieses Datum zu feiern, und 2007 wurde es offiziell in den Feiertagskalender aufgenommen.

Minna Canth (1844-1897) - unter einem solchen abgekürzten Namen ist die geb. Ulrika Wilhelmina Johnsson (Ulrika Wilhelmina Johnsson) bekannt - widmete ihre Werke in finnischer und schwedischer Sprache Frauen, wobei sie ihrer Not und ihrer ungerechten Behandlung besondere Aufmerksamkeit widmete. Vor allem dank ihr erhielten Frauen 1906 im Großherzogtum Finnland das gleiche Wahlrecht wie Männer – zum ersten Mal in ganz Europa.

Die zukünftige Schriftstellerin und erste finnische Journalistin wurde in der Familie eines Kaufmanns, einer ehemaligen Fabrikarbeiterin, geboren. Wilhelmina erhielt eine gute Ausbildung an einem Lehrerseminar, aber sie begann nie zu unterrichten - sie heiratete Johan Ferdinand Kant und brachte sieben Kinder von ihm zur Welt.

Doch nach nur 14 Jahren Ehe starb Minnas Mann, und um ihre Familie zu ernähren, musste sie das Unternehmertum meistern – um einen Fadenladen zu führen, der zuvor ihrem Vater gehört hatte. Ein erfolgreiches Geschäft ermöglichte es Minna, sich gleichzeitig literarisch und gesellschaftlich zu betätigen, und ihr Haus wurde zu einem Treffpunkt für die finnische Intelligenz. In ihrem Salon wurden die fortschrittlichen Ideen des Darwinismus und der materialistischen Philosophie, die Probleme der Gleichstellung der Frau und die untergeordnete Stellung der finnischen Sprache und Kultur diskutiert.

Heute wird in ganz Finnland der Geburtstag von Minna Kant gefeiert. Am 19. März werden im Land zu Ehren des Gleichstellungstages Nationalflaggen gehisst und Blumen zum Denkmal des Schriftstellers gebracht.