Pfingsten am Lutheraner (05/06)

Pfingsten ist der Geburtstag der christlichen Kirche (Apostelgeschichte 2:1-11). An diesem Tag kam der Heilige Geist in Form von Flammen auf die Apostel herab und sie begannen in verschiedenen Sprachen „von den großen Dingen Gottes“ (Apostelgeschichte 2,38) zu predigen. Der Apostel Petrus verkündete, dass diese Ausgießung des Geistes das Kommen einer neuen messianischen Ära ankündigte (Apostelgeschichte 2,17-18). Daher wird Pfingsten auch der „Tag der Apokalypse“ (d. h. der Tag der letzten Offenbarung) genannt.

Der Pfingsttag ist für lutherische Deutsche traditionell mit der Klärung der Liebesbeziehung verbunden. Dafür wurde ein Maibaum aufgestellt (in Deutschland - gemeinsam für das ganze Dorf, in Sibirien - vor den Häusern geliebter Mädchen). Der Maibaum galt als symbolische Form des Heiratsantrags.

Es war normalerweise ein im Wald gefällter Baum, von dem die Äste abgeschnitten wurden und nur die grüne Spitze übrig blieb. Der Stamm war mit Bändern, Fahnen, weißen und roten Schals geschmückt. Ein bereits aufgestellter Maibaum konnte jedoch von einem Konkurrenten oder nur lokalen Unfugmachern gestohlen werden, und die Berechtigung zum Aufstellen musste mit Fäusten bewiesen werden. Deshalb wurde der Baum tiefer gegraben und oft mit schweren Ketten verstärkt.

Wenn das Mädchen den Kerl nicht erwiderte, stellte sie als Antwort einen leeren Korb auf. In diesem Fall erwartete das Mädchen jedoch eine schlaflose Nacht, denn als Vergeltung konnten ihre Tore mit Teer beschmiert werden oder einen Haufen Müll und Mist hinterlassen, was als schreckliche Schande angesehen wurde. Ebenso zeugten Eier, die in der Pfingstnacht an jemandes Tor geworfen wurden, vom bösen Charakter des Besitzers dieses Hauses und einer besonderen Feindseligkeit ihm gegenüber.