Tag der Erinnerung an die Gerechten, Theotech Joachim und Anna (22/09)

Die heilige Gerechte Anna war die jüngste Tochter des Priesters Matthan, der aus dem Stamm Levi aus der Familie Aarons stammte. Ihr Mann, der heilige, gerechte Joachim, stammte aus dem Stamm Juda, aus dem Hause König Davids. Nach einer alten Verheißung sollte der Messias aus der Linie Davids stammen. Das Ehepaar lebte in Nazareth in Galiläa. Jedes Jahr gaben sie zwei Drittel ihres Einkommens an den Tempel in Jerusalem und an die Armen. Durch eine besondere Vorsehung Gottes hatte das heilige Paar bis ins hohe Alter keine Kinder. Die Ehegatten trauerten darüber sehr, da die Kinderlosigkeit unter den Juden als schweres Unglück und als Strafe Gottes angesehen wurde. Die Heiligen beteten inbrünstig um das Geschenk von Nachkommen für sie.

An einem der Feiertage, als die Israeliten Gott im Jerusalemer Tempel Geschenke brachten, weigerte sich der Hohepriester, Geschenke von ihm anzunehmen, weil er glaubte, dass der kinderlose Joachim nicht den Segen Gottes hatte. Der heilige Joachim war tief betrübt. Er wandte sich der Genealogie der zwölf Stämme Israels zu und stellte sicher, dass alle rechtschaffenen Männer Nachkommen hatten, einschließlich des hundertjährigen Abraham. Ohne nach Hause zurückzukehren, ging der heilige Joachim in die Wüste und verbrachte dort vierzig Tage in strengem Fasten und Gebet, wobei er die Barmherzigkeit Gottes für sich erflehte und seine Schande mit bitteren Tränen wegwusch.

Seine Frau, die heilige Anna, betrachtete sich als Hauptschuldige an der Trauer, die sie befiel. Als sie eines Tages ein Nest mit kaum flüggen Küken zwischen den Zweigen eines Lorbeerbaums sah, betete sie unter Tränen um ein Baby für sie und versprach, ein geborenes Kind als Geschenk zu Gott zu bringen. Sobald die heilige Anna die Worte des Gelübdes ausgesprochen hatte, verkündete ihr der Engel Gottes die Erfüllung ihres Gebets und offenbarte ihr, dass sie eine Tochter namens Maria haben würde, durch die alle Stämme der Welt gesegnet würden. Voller Freude eilte die heilige Anna zum Tempel in Jerusalem, um Gott zu danken und das Gelübde zu wiederholen, ihm das erwartete Baby zu weihen.

Mit demselben Evangelium erschien dem Heiligen Joachim in der Wüste ein Engel und befahl ihm, nach Jerusalem zu gehen. In Jerusalem empfing die heilige, gerechte Anna das gesegnete Kind und brachte die gesegnete Jungfrau Maria zur Welt. Bis zum Alter von drei Jahren lebte die Allerheiligste Maria im Haus ihrer Eltern, dann wurde sie von den Heiligen Joachim und Anna feierlich zum Tempel des Herrn geführt, wo sie bis zu ihrer Volljährigkeit aufgezogen wurde.

Bald nach der Einführung der Allerheiligsten Theotokos in den Tempel starb der achtzigjährige Älteste Joachim. Die heilige Anna überlebte ihn um zwei Jahre und starb im Alter von neunundsiebzig Jahren an den Herrn. Das fortgeschrittene Alter der rechtschaffenen Eheleute zeigt, dass die Geburt ihrer Tochter das Wirken einer besonderen Vorsehung Gottes war. Die Kirche nennt Joachim und Anna die Väter Gottes, denn sie waren die fleischlichen Vorfahren Jesu Christi, und bittet täglich am Ende des Gottesdienstes um ihr Gebet für die Gläubigen, die den Tempel verlassen.