Sonntag zu Ehren der Erinnerung an die Verstorbenen in Deutschland (20/11)

Der November ist der letzte Monat des Herbstes – regnerisch, düster und trist. Diese Stimmung der Natur wirkt sich auch auf die Stimmung der Menschen aus. In diesem Monat wird am häufigsten der Toten gedacht. Am 1. und 2. November gedenkt die katholische Kirche aller Heiligen, Märtyrer und Verstorbenen, Mitte November wird der Volkstrauertag begangen und an einem der letzten Sonntage im November feiert die evangelische Kirche ein ähnlicher Tag.

An Allerseelen (Totensonntag) werden die Namen der im vergangenen Jahr verstorbenen Gemeindemitglieder in Gottesdiensten bekannt gegeben und Angehörige gedenken auf den Friedhöfen mit Gesängen und Gebeten. Das Läuten der Kirchenglocken an diesem Tag erinnert alle an die Zerbrechlichkeit des Lebens.

Dass für diesen Tag der letzte Sonntag des Kirchenjahres gewählt wurde, verwundert nicht. Einerseits ist es ein Zeichen des Endes, der Unumkehrbarkeit. Doch eine Woche später leuchtet das Licht der ersten Adventskerze wieder auf, was ein Symbol für ein neues, beginnendes Leben ist. Damit wird deutlich, dass der Tod nicht das Ende des Lebens ist.

Der Tag beginnt im 15. Jahrhundert. Die Reformatoren akzeptierten den katholischen Allerheiligen zunächst nicht und schufen auch keinen ähnlichen im protestantischen Feiertagskalender, da sie sich von dem ungewollten Bestattungs- und Totenkult abgrenzen wollten. In den meisten evangelischen Kirchengemeinden war das Totengedenken bis Anfang des 19. Jahrhunderts tabu.

1816 erklärte der preußische König Friedrich Wilhelm III. den letzten Sonntag des Kirchenjahres zum „Tag des Gedenkens an die im Befreiungskrieg gegen Napoleon Gefallenen“. Allmählich schlossen sich viele ähnliche regionale Feiertage zusammen und schlossen sich diesem Tag an. Die evangelische Kirche übernahm es und stellte es dem katholischen Allerheiligen entgegen.