Internationaler Tag der Kultur (15/04)

«Culture» bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt wörtlich « Verehrung des Lichts» und drückt den Wunsch nach Wissen über Schönheit, Ideale und Selbstverbesserung aus. Es ist notwendig, Kultur zu studieren, sich daran zu erinnern und sie ständig zu schützen. Schließlich sind es die Konsumhaltung gegenüber der Natur, die Zerstörung historischer Denkmäler, die Krise der Spiritualität in der Gesellschaft, das Streben nach materiellen Werten –, die alle erste Anzeichen von Kulturmangel sind. Und Gewissen, Mitgefühl, Stolz... – Diese Gefühle sind nur dem Menschen innewohnend und können nur mit Hilfe wahrer Kultur erzogen und entwickelt werden.

Um die Bedeutung aller Tätigkeitsbereiche der Kulturwelt noch einmal hervorzuheben, wurde daher ein besonderer Feiertag – Internationaler Kulturtag ins Leben gerufen, der in vielen Ländern der Welt jährlich am 15. April gefeiert wird. Er wurde zu Ehren der Annahme des internationalen Vertrags «Über den Schutz künstlerischer und wissenschaftlicher Einrichtungen und historischer Denkmäler» am 15. April 1935 errichtet, der in der internationalen Rechtspraxis als Roerich-Pakt bekannt wurde.

Die Initiative, das Datum der Unterzeichnung des Pakts als Internationalen Kulturtag zu feiern, wurde 1998 von der Internationalen Liga zur Verteidigung der Kultur ergriffen, die zwei Jahre zuvor vom Internationalen Zentrum der Roerichs gegründet worden war. Hierbei handelt es sich um eine öffentliche Organisation, deren Aktivitäten darauf abzielen, die Errungenschaften von Kultur, Kunst, Wissenschaft und Religion zu schützen und zu verbessern. Später wurden auch Vorschläge zur Einführung dieses Feiertags gemacht, der in einigen Ländern sogar gefeiert wurde. Im Jahr 2008 wurde auf Initiative öffentlicher Organisationen in Russland, Italien, Spanien, Argentinien, Mexiko, Kuba, Lettland und Litauen die Internationale Bewegung gegründet, um den 15. April zum Weltkulturtag unter dem Banner des Friedens zu erklären. Heute wird dieser Feiertag in verschiedenen Ländern der Welt gefeiert.

Obwohl der Kulturtag vor nicht allzu langer Zeit ins Leben gerufen wurde, hat er eine jahrhundertealte Geschichte. Die Idee, einen organisierten Schutz von Kulturgut zu schaffen, gehört dem herausragenden Künstler und Figur der russischen und Weltkultur Nikolai Roerich, der die Kultur als Hauptantriebskraft zur Verbesserung der menschlichen Gesellschaft betrachtete und in ihr die Grundlage für die Einheit von Menschen verschiedener Nationalitäten und Religionen sah.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, in der Zeit der Kriege und der Umverteilung der Gebiete, verstand er beim Studium antiker Denkmäler, wie wichtig es war, sie zu erhalten, und wandte sich 1914 an die russische Regierung und die Regierungen anderer verfeindeter Länder mit einem Vorschlag, die Sicherheit von Kulturgütern durch den Abschluss eines entsprechenden internationalen Abkommens zu gewährleisten. Dieser Appell blieb damals jedoch unbeantwortet. Im Jahr 1929 bereitete Roerich einen Vertragsentwurf zum Schutz von Kulturgütern vor und veröffentlichte ihn, begleitet von einem Appell an die Regierungen und Völker aller Länder. Der Vertragsentwurf erlangte weltweite Berühmtheit und breite Resonanz in der Weltgemeinschaft. Romain Rolland, Bernard Shaw, Albert Einstein, HG Wells, Maurice Maeterlinck, Thomas Mann und Rabindranath Tagore unterstützten Nicholas Roerichs Idee. In vielen Ländern wurden Ausschüsse zur Unterstützung des Pakts gebildet. Der Paktentwurf wurde vom Ausschuss für Museen des Völkerbundes sowie der Panamerikanischen Union genehmigt.

Die Idee, den Weltkulturtag abzuhalten, gehört übrigens auch Nicholas Roerich –, der bereits 1931 in der belgischen Stadt Brügge auf einer Konferenz zur Förderung eines internationalen Vertrags zum Schutz von Kulturgütern stattfand. Er schlug dies vor und skizzierte die Hauptaufgabe von Tag – als breiten Aufruf zu Schönheit und Wissen, der die Menschheit an wahre Werte erinnert. In den folgenden Jahren forderte der Künstler die Weltgemeinschaft auf, im Namen der Bewahrung der Kultur konkrete Maßnahmen zu ergreifen. Er festigte die fortschrittliche Öffentlichkeit, wurde Ideologe und Schöpfer des Dokuments zum Schutz des Weltkulturerbes, das als internationaler Rechtsakt universeller Natur konzipiert war.

Infolgedessen unterzeichneten die Oberhäupter von 21 Staaten am 15. April 1935 im Weißen Haus in Washington den ersten internationalen Vertrag in der Geschichte der Erde « über den Schutz von Institutionen, die den Zwecken der Kultur, Wissenschaft und Kunst dienen als historische Denkmäler», benannt nach seinem Schöpfer «Rerich Pact».

Der Pakt enthält allgemeine Grundsatzbestimmungen zum Schutz von Kulturgut und der ihm zuteilenden Achtung. Die Bestimmung zum Schutz von Objekten im Pakt ist bedingungslos und wird nicht durch Vorbehalte gegenüber militärischen Notwendigkeiten geschwächt, die die Wirksamkeit des Schutzes von Kulturgütern in bewaffneten Konflikten beeinträchtigen. Die Universalität des Paktes liegt darin, dass er allgemeine, grundlegende Bestimmungen zum Schutz von Kulturgut enthält und auch darin, dass er durch den Abschluss globaler und regionaler Verträge in die Tat umgesetzt werden könnte.

Im Rahmen des Pakts schlug Roerich auch ein Unterscheidungszeichen vor, das geschützte Kulturgüter kennzeichnen sollte, – «Banner des Friedens», eine Art Banner der Kultur, – weißes Tuch, das drei sich berührende Amaranthkreise – vergangene, gegenwärtige und zukünftige Errungenschaften darstellt der Menschheit, umgeben vom Ring der Ewigkeit. Dieses Zeichen ist internationaler Natur und findet sich in Kunstwerken aus verschiedenen Ländern und Völkern der Welt von der Antike bis zur Gegenwart. Nach Roerichs Plan sollte das Friedensbanner als Hüter der wahren spirituellen Werte der Menschheit über Kulturgüter flattern.

Der Pakt spielte eine wichtige Rolle bei der weiteren Gestaltung internationaler Rechtsnormen und öffentlicher Aktivitäten im Bereich des Schutzes des kulturellen Erbes. Dieser Vertrag diente als Grundlage für viele Dokumente der modernen internationalen Zusammenarbeit im Bereich des Schutzes des kulturellen Erbes. Einschließlich einer Reihe von UNESCO-Gesetzen.

Heute, wo die Weltgemeinschaft neue globale Wirtschafts- und Umweltkrisen, Naturkatastrophen und militärische Konflikte erlebt, ist die Sorge um die Kultur besonders relevant. Nur sein Aufstieg und Erhalt kann Menschen, unabhängig von Nationalität, Alter, Geschlecht, sozialer und finanzieller Situation, vereinen, militärische Konflikte stoppen und Politik und Wirtschaft moralisch machen. Nur die Übernahme von Kultur durch Staaten als nationale Idee ist der Schlüssel zum Frieden auf Erden.

Am Internationalen Kulturtag selbst finden in vielen Ländern verschiedene festliche Veranstaltungen statt. So werden in russischen Städten feierliche Konzerte, Ausstellungen nationaler Kulturen, Konferenzen und Vorträge zu verschiedenen kulturellen Themen, musikalische und poetische Abende, Tanz- und Theateraufführungen und vieles mehr organisiert. Ebenfalls an diesem Tag wird das Banner des Friedens erhoben und allen Kulturschaffenden zu ihrem Berufsurlaub gratuliert.

Übrigens ist das Banner des Friedens derzeit überall zu sehen – in den UN-Gebäuden in New York und Wien, in der Staatsduma Russlands, in Kultureinrichtungen verschiedener Länder, auf den höchsten Gipfeln der Welt und sogar am Nord - und Südpol. Es wurde auch ins All gehoben und markierte damit den Beginn der Umsetzung des International Public Scientific and Educational Space Project «Banner of Peace», an dem russische und ausländische Kosmonauten teilnahmen.



• Infografiken – Poster «April 15 — Internationaler Kulturtag»

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