Internationaler Pfadfindertag (05/01)

Am 5. Januar ist der Internationale Pfadfindertag.

Für viele Vertreter der älteren und mittleren Generation der Russen wird das Wort «scout» (englischer Pfadfinder) seit langem mit der Jugendbewegung in Verbindung gebracht, die Teil der Kultur der westlichen Welt war, deren Analogon in Russland die Pionierbewegung war. Diese Vorstellung ist sowohl wahr als auch nicht.

Tatsache ist, dass die Pfadfinderbewegung, die tatsächlich im Westen auftrat, in Russland weit verbreitet war, wenn auch in der vorrevolutionären Zeit. Später wurde es verboten und als eines der Elemente der Jugendpolitik durch eine Pionierorganisation ersetzt. Ihr Hauptunterschied zur Pfadfinderbewegung war die politische Komponente, um die herum die Prinzipien des Pioniers aufgebaut waren.

Später in die World Youth Scout Movement umgewandelt, begann das Pfadfindertum zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Großbritannien. Als ihr Gründervater gilt Generalmajor Robert Baden-Powell (1857-1941). Diese historische Figur war zu Beginn des letzten Jahrhunderts in England sehr berühmt und bei jungen Menschen beliebt.

Tatsache ist, dass er während des Burenkrieges als Kommandant einer der Festungen in Südafrika berühmt wurde. Dort setzte er mit etwa tausend Soldaten unter Waffen die Idee in die Tat um, eine Hilfseinheit aus einheimischen Jungen zu bilden, die als Späher, Beobachter und Boten eingesetzt wurden. All dies trug dazu bei, dass die Festung unter wiederholter Überlegenheit des Feindes in ihren Streitkräften gehalten wurde, bis Verstärkung eintraf.

Zurückgekehrt in seine Heimat schrieb Baden-Powell das Buch «Intelligence for Boys», in dem er die Prinzipien der pädagogischen Arbeit mit Jungen skizzierte, um sie unter verschiedenen Bedingungen, anhaltender Ausdauer von Schwierigkeiten und Ausbildung von Willensstarken auf das Überleben in der Natur vorzubereiten Qualitäten. Das Buch erschien 1908, doch ein Jahr zuvor, 1907, gründete Baden-Powell in Großbritannien die Pfadfinderbewegung.

Das aus dem Englischen übersetzte Wort «scout» bedeutet «scout». Am Ende des ersten Jahres ihres Bestehens betrug die Zahl der Mitglieder der Pfadfinderabteilungen etwa 60 Tausend Menschen. Zunächst galt die Mitgliedschaft in der Organisation mit klarer Struktur als militärische Erstausbildung für Jungen, ging aber bald darüber hinaus und wurde viel umfassender. Wenig später trat die Pfadfinderbewegung für Mädchen auf.

Sehr bald wurde die Pfadfinderbewegung außerhalb des Vereinigten Königreichs populär und erlangte internationalen Status. Anfang der 1920 er Jahre existierten bereits Pfadfinderorganisationen in mehr als 60 Ländern der Welt. In Russland erschienen 1909 dank der Initiative von Oberst NI die ersten Spähtruppen. Pantjuchowa. Die bereits große Organisation, die aus über 45 Tausend Mitgliedern bestand, befand sich jedoch zum Zeitpunkt der Machtübernahme der Bolschewiki infolge der Oktoberrevolution in Ungnade. 1924 wurde es verboten. Ihr Gründer war, wie die meisten Mitglieder und Organisatoren, gezwungen, ihre Heimat zu verlassen und ihre Aktivitäten im Exil fortzusetzen.

Sie wurde als Ersatz für die Scout Pioneer Organization gegründet und entlehnte teilweise von ihrem Vorgänger die Symbolik der –-Krawatte, einzelne Elemente der Form, Prinzipien und Mottos. Im Gegensatz zum Pfadfindertum war die Pioneer Organization jedoch eine politisierte Staatsbewegung, die die Religionsfreiheit ablehnte. Und die Symbolik in diesen beiden Jugendbewegungen wird unterschiedlich erklärt.

Die Rückkehr der Pfadfinderbewegung nach Russland erfolgte 1990. Die Ära des politischen Wandels betraf auch die Jugendbewegung. Aufgrund der Erfahrungen ausländischer Pfadfinderorganisationen verfügte Russland über erste Pfadfindertruppen. Die größten von ihnen waren zwei Verbände: die Nationale Organisation der russischen Pfadfinder und die Organisation der russischen Jungpfadfinder. Im Jahr 2004 wurde der Allrussische Pfadfinderverband gegründet.

Die freiwilligen Prinzipien der Pfadfinderbewegung ziehen viele Teenager an. Neben einem gesunden Lebensstil lernen sie, im Team zu arbeiten, individuelle Arbeitsfähigkeiten zu erwerben, ihre willensstarken Qualitäten zu verbessern, und haben die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten ständig zu verbessern. Darüber hinaus tragen die ständige Kommunikation mit Gleichaltrigen, Freunden, gemeinsames Arbeiten und Spielen, informelle pädagogische Methoden der Arbeit für Erwachsene in der Organisation zur Entwicklung von Kommunikationsfähigkeiten Heranwachsender bei, legen die Grundlagen für erfolgreiches persönliches Wachstum, Selbstvertrauen und in den Kameraden. Nicht umsonst war und bleibt das Hauptmotto der Pfadfinder (und übrigens auch der Pioniere) der Ruf: «Sei bereit!», und das Hauptemblem der Pfadfinderbewegung ist die dreiblättrige Lilie, wo die Blütenblätter bedeuten die Pflicht des Pfadfinders: «Vor dir selbst, vor deinen Nachbarn, vor Gott!».

1894